Von Tonga nach Neuseeland

11.11.2011 - 22.11.2011

Wie schon im letzten Eintrag erwähnt wollen viele Segler die südpazifische Wirbelsturmsaison, die offiziell von Anfang November bis Ende April geht, in Neuseeland verbringen und warten daher in Tonga auf das perfekte Wetterfenster für die Überfahrt. Das Wetter auf der Strecke nach und anschließend in Neuseeland unterscheidet sich deutlich von dem in den Tropen: Wettersysteme ziehen relativ schnell in endloser Abfolge von West nach Ost, auf ein Tief folgt ein Hoch folgt ein Tief, im Abstand von mehr oder weniger einer Woche. Von Tonga aus fährt man im Idealfall innerhalb des Durchzugs eines Hochs, vermeidet dadurch in Fronten zu geraten, und versucht möglichst wenig Zeit im Kern des Systems, wo Flaute herrscht, zu verbringen.

Auf dem Weg von Tonga, dessen südlichstes Ende knapp 1.000 Seemeilen von den ersten Häfen Neuseelands entfernt ist, bietet sich noch ein Zwischenstopp im 250 Meilen südwestlich von Tongatapu gelegenen nördlichen Minervariff an. Das soll einerseits spektakulär sein, da bei Hochwasser kein Fleckchen Land dieses Atolls mehr aus dem Meer ragt und man sich vorkommt, als ob man im offenen Ozean ankert und andererseits wird denrlängste Schlag auf etwa 800 Seemeilen verkürzt.

Soviel zur Theorie.

Wir ankern vor Nomuka Iki in der Ha'apai-Gruppe und warten auf günstiges Wetter für die Überfahrt nach Minerva. Derzeit ist das nicht gut abzuschätzen, ein schwaches Hoch hat sich in der Tasmansee zwischen Neuseeland und Australien breitgemacht und will sich einfach nicht weiterbewegen, die Prognosen ändern sich mit jedem neuen Wetterbericht, also zweimal täglich. Aber wir dürfen nicht nur das Wetter südlich von uns beobachten. Schon eine Weile ist in den Wetterkarten zu sehen, dass sich ein tropisches Tiefdruckgebiet nördlich von Fiji ausbildet. Dieses beginnt sich plötzlich auf Tonga zuzubewegen und droht direkt über uns drüber zu ziehen. Die Prognosen zeigen Wind aus allen Richtungen, bis 50 Knoten, Regen, Blitz und Donner inklusive. In Ha'apai gibt es keinen Ankerplatz, der bei solchen Bedingungen ruhiges Liegen verspricht. Nach Tongatapu, in die südlichste Inselgruppe Tongas, wollen wir nicht fahren. Also beschließen wir zu flüchten, auf nach Minerva, denn da soll das Tief in großem Abstand vorbeiziehen.

Die ersten Tage bieten Sonntagssegeln pur - Halbwind, kaum Welle, 7 Knoten auf dem Log werden zum gewohnten Anblick. Nach langer Zeit geht uns wieder einmal eine größere Dorade an die Angel. Wir haben keine Waage, schätzen aber anhand der Portionen den Filetanteil auf um die 4 kg. Diese Menge übersteigt die Kapazität unseres Kühlschranks, so muss einiges eingelegt und eingekocht werden.

Alles läuft perfekt, doch dann am dritten Tag kommt mit dem Wetterbericht die Hiobsbotschaft - das Tiefdruckgebiet, mittlerweile vom Tropical Low zur Tropical Disturbance hochgestuft, hat seinen Kurs geändert und soll Richtung Minerva ziehen - Wind aus allen Richtungen, bis 70 Knoten, Regen, Blitz und Donner inklusive. Wir haben die Wahl: entweder ankern und hoffen, dass es doch nicht so schlimm wird - vor Seegang böte das Riff vermutlich ausreichend Schutz - oder weitersegeln, in eine unklare Wetterlage hinein.

Wir entscheiden uns schweren Herzens für letzteres denn wir hätten Minerva gerne besucht. Andererseits sind keine Fronten im Anzug, die weitersegeln gefährlich machen würden, sondern "nur" tagelanger mäßiger Gegenwind. Und so kommt es dann auch. Wir haben Tage mit perfektem Segelwind, Tage, an denen wir gegen 5 Knoten Gegenwind anmotoren, und Tage, an denen wir bei etwas mehr Wind, dafür aber kurzen steilen Wellen aufkreuzen und gerade mal 30 Meilen Richtung Neuseeland gewinnen. Aber nie sind es mehr als 25 Knoten Wind, und nie mehr als 3 Meter Welle.

Und es geht nicht nur uns so, bei der Ankündigung des Sturms für Minerva haben zahlreiche andere Boote, die dort auf ein Wetterfenster für die Weiterfahrt gewartet haben, fluchtartig das Weite gesucht, und mit einigen davon sind wir im täglichen Funkkontakt. Ein wenig sind wir schon stolz, dass unser kleiner, schwerer Stahlkutter mit anderen, größeren und leichteren Schiffen mithalten kann. Zumindest mit denen, die keine Katamarane sind oder jenen, die dank riesiger Tanks und starker Maschinen fast die gesamte Strecke motorsegeln können.

Das Segeln selbst unterscheidet sich von dem der vergangenen Monate, statt vor dem Passat zu rollen fahren wir nur noch Halb- bis Amwindkurse. Zusätzlich zur mal mehr, mal weniger gerefften, mal ganz weggepackten Genua steht beinahe ständig die Fock, dazu sind erstmalig auch die Backstagen im Dauereinsatz. Diese Besegelung bewährt sich, das Boot läuft gut, und so ist unser einziges Problem die täglich zunehmende Kälte. Am Ende ist es in der Nacht im Cockpit kaum mehr auszuhalten, trotz dickster Winterbekleidung.

Schließlich, 11 Tage nachdem wir Anker auf gegangen sind, kommt am Morgen des 22. Novembers Land in Sicht. Perfekt getimed, bei halber steigender Tide, biegen wir in den Whangarei Harbour ein und legen am Quarantänesteg in Marsden Cove Marina an.

Kategorie: Reise | Tags: Neuseeland Pazifik Tonga

Tonga

11.10.2011 - 10.11.2011

Vava'u

Neiafu.

Die zweitnördlichste der vier Inselgruppen, die zusammen das Königreich Tonga ergeben, heißt Vava'u. Das erste, das uns auffällt, als wir zwischen den Inselchen in Richtung Hauptort segeln, ist, dass die Seekarten nicht stimmen, die Realiät ist etwa 300 Meter nach SE verschoben (Oder wars NW? Haben gerade die Logfiles nicht zur Hand...). Macht aber nichts, denn die Landschaft erinnert an Teile Kroatiens, mit steil abfallenden Wänden und tiefem Wasser zwischen den Inseln. Im letzten Tageslicht, geleitet von Blinksignalen von der SY Andori, die uns vergeblich Port Control rufen gehört hat, fahren wir dem Dinghie der SY Fortytwo entgegen, in dem Carsten und Mercedes sitzen und uns beim Anlegen an einer freien Mooringboje assistieren - so viel Service ist man gar nicht gewohnt. Doch dies sind nicht die einzigen alten Bekannten, hier treffen wir fast jede Yacht, die uns schon früher im Pazifik irgendwo begegnet ist, auch, wenn wir sie uns schon vor Monaten abgehängt haben. Manche wollen hier die südpazifische Wirbelsturmsaison abwarten, denn der Hafen ist vor Seegang exzellent geschützt. Andere warten auf das passende Wetterfenster, um nach Neuseeland weiterzufahren - doch dazu das Nächste Mal mehr.

Tonga, das einzige Königreich Polynesiens, ist offiziell nie von einer fremden Macht kolonisiert worden, allerdings haben diverse Kirchen christlicher Geschmacksrichtung massiven Einfluss auf die politische Entwicklung gehabt, was sich sowohl in Gebräuchen als auch in Gesetzen wiederspiegelt. Sonntags ist das Arbeiten verboten, ebenso Fischen, Boot fahren, und sogar Sport. Zum Glück gilt dies nicht in vollem Maß für Palangi (Ausländer), so dass wir auch Sonntags mit unserem Dinghie an Land fahren und uns ein Bier servieren lassen können. Die Kleidung der Menschen ist deutlich konservativer als anderswo im Südpazifik, die traditionellen geflochtenen Matten, die sich sowohl Frauen als auch Männer bei besonderen Anlässen umbinden wirken an den traditionell sehr üppigen Körpern weder bequem noch sexy.

Tauchgang bei Split Rock.

Zuerst einmal decken wir uns auf dem tollen lokalen Markt mit frischem Obst und Gemüse und im Zollfreiladen mit Bier (leider gibt es nur Heineken zollfrei) ein, dann gehen wir Tauchen. "Rose Garden" hat viele verschiedene Korallen, die dicht an dicht wachsen, zu bieten. Der zweite Tauchspot nennt sich "Split Rock". Erst geht es durch ein Paar Swim-Throughs, dann in eine größere Höhle mit Haien, und schließlich zur Hauptattraktion - Split Rock, einem riesigen Fels mit einem Spalt, gerade breit genug um hindurchzuschwimmen. Uns gefällt das alles sehr gut.

Dann verlassen wir Neiafu um die umliegenden Inseln zu erforschen. Die Ankerplätze sind von einem der lokalen Yachtcharterunternehmen durchnummeriert worden, was zwar nicht gerade romantisch, aber praktisch ist.

Swallows Cave.

Wir ankern als erstes bei #7, vulgo Port Maurelle. Dort laden wir das Dinghie randvoll mit Tauchausrüstung und fahren die 1 1/2 Meilen zur Swallows Cave, einer kleinen, halb im Meer versunkenen Tropfsteinhöhle, in der unzählige Vögel wohnen, die alle keine Schwalben sind. Eine ähnliche, viel kleinere Höhle finden wir 100 Meter weiter. Hier verspannen wir unser Dinghie zwischen den Wänden, legen die Tauchausrüstung an, tauchen ab, aus der Höhle hinaus, an einer kleinwagengroßen Hirnkorallle vorbei, und schwimmen die abfallende Wand entlang, an der neben vielen Korallen auch zahlreiche tellergroße Muscheln hängen.

Schnorcheln zwischen Langito'o und Vaka'eitu.

Weiter geht es zu Ankerplatz #16 bei Vakaeitu. Der Beschreibung als ausgezeichneter Ankerplatz können wir nicht ganz zustimmen, denn wir finden nur einen Platz ganz am Rand in 12 Metern Tiefe, der uns zusagt. Sonst hat man die Wahl entweder auf 15 oder mehr Metern zu ankern, oder aber es noch dichter am Rand auf 10 Metern zu probieren und zu hoffen, dass der Wind nicht dreht und einen aufs Riff drückt. Laut Revierführer soll es auf der Insel eine österreichisch geleitete Pension mit täglich frisch gebackenem Strudel geben - auf an Land! Doch schon der Steg, von dem nur noch die Poller übrig sind, lässt Zweifel aufkommen. Der Pfad durch den Dschungel auf den Berg hat eine Spinnwebendichte, die Szenen aus Indiana Jones Filmen in Erinnerung ruft. Und als wir schließlich mitten im Wald auf eine zerbröselnde Betonplattform mit einer einsamen Kloschüssel stoßen wissen wir, dass unser Führer ein wenig veraltet ist. Also kein Strudel. Dafür finden wir gleich ums Eck, zwischen Vakaeitu und Langito'o einen der besten Schnorchelplätze unserer bisherigen Reise, die Korallenvielfalt und -dichte ist unglaublich.

Tongan Feast am Ano Beach.

Wir fahren zu Ankerplatz #11, wo es laut unserem Revierführer auf Ano Beach jeden Donnerstag ein Tongan Feast geben soll. Sheri von der dort liegenden Ark Gallery, einer kleinen, schwimmenden Kunstgallerie, findet für uns heraus, dass es diesen Donnerstag zufälligerweise sogar stattfindet, da drei Charterkatamarane dieses gebucht haben, und für uns finden sich da auch noch zwei Plätze. Das Tongan Feast beginnt mit dem Versuch, uns lokales Kunsthandwerk und Muscheln zu verkaufen. Anschließend gibt es eine Tanzvorführung, die sich deutlich von den Tänzen in Französisch-Polynesien unterscheidet. Statt nicht nachahmbaren Hüftschwüngen werden hier nur die anmutigen Handbewegungen zu langsamem Ukelenspiel vorgeführt, teilweise im Sitzen.

Tongan Feast am Ano Beach.

Dann geht es ans Essen - an Unmengen von Essen. Entgegen dem lokalen Brauch ist statt dem Erdboden ein Tisch (denn wie man uns erklärt sind Palangi nicht fähig, auf dem zu Boden sitzen) mit Bananenblättern gedeckt, darauf finden sich in Schüsseln aus Bananenstämmen diverse Salate, verpackt in Taroblättern im Umu (Erdofen) gekochte Speisen, dazu Taro, Bananen und Wassermelonen. Ein Fest für Augen und Magen.

Kenutu.

Die Nummer #30, unter Kenutu / Lolo in der Karte zu finden, ist die östlichste und nur durch eine schmale Riffpassage zu erreichende Insel. Dort finden wir zum erstenmal einen richtig guten Ankerplatz, von denen es ja in Tonga nur so wimmeln soll - 8 bis 10 m auf Sand, rundherum durch Riffe geschützt. Wir kommen gerade recht zur Kaffe-/Bierparty am Strand.

Wir segeln wieder zurück nach Neiafu, und es wird ein perfekter Segeltag. Durch den engen, gewundenen Pass fahren wir diesmal auch unter Segeln, kräftiger Wind und dank Riffen fehlende Welle sorgen dafür, dass wir mit 6 - 7 Knoten dahinziehen, und wir müssen aufpassen, dass wir nicht in die vor uns motorenden, viel größeren Boote hineinfahren, denn zum Überholen ist kein Platz.

Zebrahai vor Mariners Cave.

Einen kurzen Zwischenaufenthalt legen wir bei Mariner's Cave ein, einer kleinen Höhle, deren Eingang etwa 2 Meter unter der Wasseroberfläche liegt. Während der eine auf das treibende Boot aufpasst, denn zum Ankern ist es hier viel zu tief, taucht der andere hinein und nach einem Rundblick in der Höhle wieder hinaus, dann wechseln wir uns ab. David weckt dabei einen vor der Höhle am Sandgrund liegenden Zebrahai auf, der träge ins offene Meer davonzieht.

Fakaleiti-Show bei Tonga Bob's.

Eine der Hauptattraktionen von Neiafu dürfen wir uns nicht entgehen lassen, die Fakaleiti-Show bei Tongan Bob's. In gesamt Polynesien hat es Tradition bei einem Jungenüberschuss einen der Jungen als Mädchen zu erziehen, denn irgendjemand muss ja der Mama beim Haushalt helfen. Was dann bei der Show geboten wird wollen wir hier mal nicht beschreiben, die Fotos sprechen für sich.

Tauchgang bei China Town.

Noch einmal gehen wir mit einem Diveshop tauchen, diesmal zuerst bei einem Spot namens "Fingers", wo es vorbei an riesigen Hirnkorallen, durch einen Tunnel, an einem gewaltigen Rochen vorbei hinunter zu ein paar großen Gorgonen-Fächern geht, dann noch durch einige enge Höhlen. Der zweite Spot heißt "China Town", da eine große Fläche von Korallen in Form und Farben an chinesische Architektur erinnert. Kurz verweilen wir bei einer etwa 15 m2 großen Seeanemone mit zahlreichen Clownfischen, dann beenden wir den Tauchgang mit einem erneuten durchschwimmen des Split Rock.

Spanferkel.

Und weil es so gut war gehen wir noch zu einem Tongan Feast, gemeinsam mit Andi und Doris von SY Andori. Dieses Mal zu Mittag. Aber ohne Tanz. Dafür mit Spanferkel.

Neiafu.

Da wir nicht in die Hauptstadt von Tonga, Nuku'alofa in Tongatapu fahren wollen, beschließen wir, gleich hier auszuklarieren und im Zuge dessen zollfreien Diesel zu bunkern. Den gibt es aber erst ab einer Menge von 300 Litern, wir haben nur Platz für 200, und so klappern wir das gesamte Ankerfeld ab, ob denn nicht jemand noch 100 Liter in Kanistern haben will. Schließlich finden wir jemanden, und bestellen den Tankwagen für 11 Uhr, und als ein anderes Boot davon erfährt bestellt es ebenfalls 300 Liter für 11 Uhr. Hätten wir uns das Kanister-suchen sparen können. Egal. Wir sind bereits um 8 Uhr am Dock um uns schon einmal bei Immigration und Port Captain zu verabschieden. Um Punkt 10 Uhr, also 1 Stunde zu früh, ist der Tankwagen da, aber nur mit 1 x 300 Litern. Nicht für uns, sondern nur für das andere Boot. Zwei Bestellungen mit der selben Menge scheinen die Leute im Büro der Treibstofffirma zu überfordern. Einige Telefonate später wird uns Treibstoff für den Nachmittag in Aussicht gestellt. Zu unserer Überraschung kommt der Tankwagen tatsächlich noch einmal und Wir können es kaum glauben, als 5 Minuten vor 4 Uhr der letzte Tropfen Diesel in unserem Tank verschwindet, denn um 4 macht der Zoll dicht. Aber es geht sich aus, ohne dass wir dessen Überstunden bezahlen müssen.

Ankerplatz #13 - Zwischen Hunga und Foeata.

Da wir um diese Zeit nicht mehr auslaufen wollen können wir noch bei er Halloween-Party im Aquarium Cave vorbeischauen. Und nach dieser letzten Nacht vor Neiafu fahren wir zu Ankerplatz #13, in die Hunga Lagune. Dort besuchen wir Elke und Werner, die örtlichen Transocean-Repräsentanten, die uns sogar ohne Transoceanmitgliedschaft zum Kaffee einladen.

Ha'apai

Einmal durch die Nacht gesegelt, und wir sind in einer anderen Inselgruppe von Tonga, Ha'apai, die zweite von Süden aus gezählt.

Pita aus Ha'afeva.

Haafeva ist perfekt für Segler, denn es gibt tolle Ankermöglichkeiten für alle Windverhältnisse und kaum andere Boote. Wir liegen sogar zwei Tage alleine, was ein echter Ausnahmefall ist. Die Lagune um die Insel hat gute Schnorchelmöglichkeiten und am Aussenriff auch schöne Tauchplätze. Es gelingt uns, dass Dhingie auf der Innenseite der Insel zu verankern, gegen Strömung und Wind über das Riff zu schnorcheln, dann zu tauchen, den Ausgangspunkt wiederzufinden und am Ende zwar ausser Atem, aber um einen schönen Tauchgang reicher, wieder das Dhingie zu erreichen. Im Dorf auf der anderen Seite der Insel treffen wir auf Pita, der uns später am Tag Bananen vorbeibringt.

Nomuka Iki.

Da wir von anderen gehört haben, dass Nomuka Iki nett sein soll, beschließen wir hinzusegeln. Es wird ein harter, langer Am-Wind-Segeltag, aber immerhin mit Angelerfolg. Bei einer Wende knallt etwas aufs Deck. Es war einer der beiden Fluxgate-Kompasse, dessen Halterung auf halber Masthöhe gebrochen ist. Gut, dass wir ein Metalldeck haben, denn sonst wäre da jetzt mindestens eine Delle drin.

Der Wind ist in den nächsten zwei Tagen weiterhin kräftig, weshalb wir das Boot gar nicht erst verlassen und uns bereit für den nächsten großen Sprung machen - nach Neuseeland.

Kategorie: Reise | Tags: Tonga

Seidlrally: Tonga

Land: Tonga
Ort/Lokal: Neiafu/Ciao
Marke: Mata Maka
Kommentar: Gilt eigentlich nicht, aber es ist das, was einem tonganischen Bier am nächsten kommt: Ein unter tonganischer Marke in Neuseeland gebrautes Bier, das angeblich nur in Tonga zu kaufen ist. Was kaum verwunderlich wäre, kann es doch geschmacklich mit anderem in Neuseeland gebrautem nicht mithalten.

Kategorie: Seidlrally | Tags: Tonga

Niue

02.10.2011 - 08.10.2011

Captain Cook nannte sie "Savage Island", doch wir fühlen uns in Niue gleich willkommen (von Niu e - "Betrachte die Kokosnuss"), auch bekannt als "The Rock". Heute ist Niue ein "unabhängiger Staat, in freier Verbindung mit Neuseeland". Für uns bedeutet das, dass endlich wieder Englisch gesprochen wird und außerdem Linksverkehr herrscht.

Die Bucht vor dem Hauptort Alofi ist nur gegen Wind und Wellen aus östlicher Richtung geschützt. Deshalb haben wir schon Wochen zuvor das Wetter beobachtet und uns extra länger in Französisch Polynesien aufgehalten, um einige Sturmtiefs im Südmeer vorbeiziehen zu lassen. Es hat sich anscheinend gelohnt, da wir bei ruhigem Wetter an der vom Niue Yacht Club bereitgestellten Mooringboje kaum schaukeln.

Zum Einklarieren müssen wir mit dem Dinghie zum Dock kommen und dieses dort mit einem Kran herausheben, da es sonst von den Wellen am Pier zerstört würde. Die Einheimischen verfahren mit ihren Motorbooten nach Gebrauch genauso. Hat man erst herausgefunden, wie es geht, ist es ganz einfach.

Die Einreiseformalitäten sind dank der Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Beamten rasch erledigt: Keine langen Strecken unter heißer Sonne sind zu bewältigen, der Zollbeamte kommt zum Dock, der Landwirtschaftsinspektor ebenfalls, und nachdem deren Formulare ausgefüllt sind werden wir zur Einwanderungsbehörde chauffiert - mehr Service geht kaum. Im Anschluß beantwortet uns Ira vom Yacht Club alle Fragen und schenkt uns Bananen einer Sorte, die wir bisher nicht gekannt haben.

Da Alofi sehr klein ist, ist auch alles andere schnell erledigt: Wir mieten uns zwei Fahrräder, wechseln Geld (es wird hier nur Bargeld genommen), besuchen die Geschäfte, und reservieren einen Tisch in Jenna's Cafe zum allwöchentlichen Abendbuffet mit lokalen Spezialitäten.

An Land

Die Insel ist ein ovaler, beinahe flacher Kalksteinblock, der aus dem Meer gehoben und von Wind und Welle bearbeitet wurde, dementsprechend zerklüftet ist die Landschaft. Mit den Fahrrädern begeben wir uns auf Inselerkundung. Morgens queren wir die Insel in der Mitte durch dichten Wald, der nur von Taroplantagen unterbrochen ist, dann geht es die Küste entlang zurück zur Hauptstadt, einmal über den Norden, tags darauf über den Süden.

Zahlreiche gut beschilderte "Sea Tracks" führen von der Straße hinunter zum Meer, und jeder ist irgendwie anders: Mal führen sie durch den Wald, mal durch Höhlen, mal kann man am Ende auf dem Riff kilometerweit spazieren gehen, mal findet sich eine Tropfsteinhöhle mit türkisblauem Swimmingpool, in dem kleine Fische zwischen kleinen Korallen herumschwimmen. Aber schön sind sie alle. An den beliebtesten Plätzen sind sogar sanitäre Anlagen mit Dusche und Trinkwasser installiert. Diesen Service schätzen wir als untrainierte, hitzegeplagte Fahrradfahrer besonders.

Wie jedes Paradies hat auch dieses seine Schattenseiten: Die Spuren des Wirbelsturms Heta, der 2004 Niue mit Windgeschwindigkeiten von 300 km/h und Wellenhöhen von 30 Metern heimgesucht hat, sind noch immer zu sehen: Häuser ohne Dächer, Fundamente ohne Häuser, Dörfer ohne Bewohner. Kurz nach der Katastrophe haben noch etwa 4000 Menschen auf der Insel gelebt, danach hat eine Auswanderungswelle begonnen. Heute hat Niue noch knapp über 1000 Einwohner.

Unter Wasser

Auch unter Wasser setzt sich die beeindruckende Landschaft fort, und das Wasser ist unglaublich klar: An der Mooring könnnen wir beim Schnorcheln den Meeresgrund unter uns sehen - in 35 Metern Tiefe! Einziger Wermutstropfen: Die Buckelwale sind schon weg. Von Juli bis Oktober sind sie rund um Niue anzutreffen, häufig schwimmen Mütter mit Kälbern rund um die an den Moorings hängenden Yachten. Doch dieses Jahr sind sie etwas früher als sonst weitergezogen.

Wir gehen mit dem einzigen örtlichen Dive Shop, Niue Dive, tauchen. Am ersten Tag führt uns Ian zunächst zu Ana Mahaga, einem Labyrinth aus Schluchten und Höhlen mit zahlreichen Ein- und Ausgängen. Für uns ist Höhlentauchen etwas Neues, und immer wieder müssen wir uns anhand der aufsteigenden Luftblasen vergewissern, wo oben und unten ist, denn den Fischen ist das ziemlich egal. Sie schwimmen so, als ob die Wand oder die Decke - was eben gerade näher ist - der Boden wäre.

Der zweite Tauchplatz nennt sich "The Dome". Nach erneutem Schwimmen durch enge Schluchten geht es in eine große, dunkle Höhle, etwa 30 Meter hinein in die Insel, dann tauchen wir langsam auf, und befinden uns im Dome, einer kuppelförmigen Tropfsteinhöhle, von Land nicht zugänglich. Zumindest für Menschen. An den Wänden hängen Ugas, riesige Kokoskrabben, die sich sonst in den ausgedehnten Wäldern der Insel herumtreiben.

Unser dritter Tauchgang, diesmal mit Annie als Guide und zwei weiteren Seglern, findet bei Tepa Point statt. Nicht so spektakulär wie am ersten Tag, Wände und Schluchten, aber anhand einer ausgedehnten Sandfläche bekommt man ein Gefühl für die unglaubliche Klarheit des Wassers - die Sichtweite beträgt mehr als 50 Meter.

In der Oberflächenpause sucht Annie die Küste nach Spinner Dolphins ab und findet tatsächlich eine Gruppe. Während sich jeweils zwei Schnorchler am Boot außen festhalten verfolgt Annie die Delphine und beschert uns so weitere unvergessliche Momente.

Zuletzt tauchen wir bei Snake Gully. Leider nicht zur richtigen Zeit im Monat, denn so finden sich hier nur genauso viele Seeschlangen wie bei allen anderen Tauchplätzen, also nur "zahlreiche" anstatt "abzählbar unendlich vieler" dieser äußerst niedlichen, giftigen und neugierigen Tiere. Dafür geht es wieder in eine Höhle, diesmal gefüllt mit Langusten.

Nach einer Woche sind leider hohe Wellen aus Westen angesagt, und so verlassen wir Niue. Schade, wir wären gerne noch ein paar Tage geblieben.

Kategorie: Reise | Tags: Niue Pazifik

Gesellschaftsinseln - Iles Sous-le-Vent

17.08.2011 - 21.09.2011

Huahine

Huahine ist die östlichste Insel der westlichen Gruppe der Gesellschaftsinseln. Sie ist vom Massentourismus wie etwa auf Moorea weitgehend verschont geblieben, weshalb nur selten Jetskis am auch ansonsten perfekten Ankerplatz (3 Meter glasklares Wasser über Sandgrund) vorbeikommen. Dabei ist diese Insel wunderschön, die Lagune zwischen Insel und Motu bietet ein Farbenspiel, dass auf Fotos einfach nicht gut rüberkommt: weißes Schäumen, wo die Wellen sich am Außenriff brechen; breite hellgelbe, mit braunen Flecken durchsetzte Streifen, wo das Wasser kaum einen Meter tief und mit kleinen Korallenköpfen gespickt ist; türkise Flächen, wo der korallenfreie Grund aus weißem Sand über 2 bis 5 Metern Wasser zum Ankern einlädt; tiefblaues Wasser, wo der Grund plötzlich auf 30 Meter abfällt. Besonders eindrucksvoll ist das ganze vom Gipfel des 462 Meter hohen Mt. Pohue Rahi, dessen Besteigung wir gemeinsam mit den Crews von SY Aroha und SY Freya in Angriff nehmen.

Alleine fahren wir mit dem Dinghie bis ans Südende der Insel, besichtigen Taro- und Bananenplantagen und das örtliche Marae, dass sich von den auf Moorea gesehenen dadurch unterscheidet, dass es erstens statt mitten im Wald direkt am Strand steht und zweitens statt aus Lavagestein aus Korallenblöcken gebaut ist. Ein weiterer Ausflug führt uns auch ans Nordende, wo es Vanille- und Bananenplantagen gibt, und ungefähr eine archäologische Städte pro Einwohner. Und damit das auch so bleibt, wird fleißig an neuen Ruinen gewerkt: eine ausgedehnte Hotelbungalowsiedlung ist schon schön im Zerfall begriffen, die leerstehenden Hütten werden von Einheimischen als Wochenend-Strandhütten genutzt.

Eine letzte Sehenswürdigkeit sind die heiligen Aale von Faie, bis zu zwei Meter lange, fette Fische mit leuchtend blauen Augen, die unter einer Brücke im beinahe ausgetrockneten Fluss leben und den Kindern aus der Hand fressen.

Raiatea und Tahaa

Raiatea und Tahaa sind zwei vom selben Riff eingeschlossene Inseln, und einmal in der Lagune befindet man sich in einem abwechslungsreichen und vor Schwell geschütztem Segelrevier. Kein Wunder, dass hier mehrere große Charterunternehmen einen Standort haben - erstmals seit langem sehen wir wieder mehr Charter- als Langfahrtyachten.

Nach einer Nacht und einem kurzen Einkaufsstopp in Uturoa, der Hauptstadt von Raiatea, wollen wir zunächst einmal Tahaa erkunden.

Wieder einmal schaffen wir es nicht, unser Boot zu versenken: Am späten Nachmittag legen wir uns im Osten von Tahaa an eine Boje vor dem Hotel Hibiscus, dessen Schildkrötenpflegestation wir uns am nächsten Morgen ansehen wollen. In der Nacht kommt schlagartig Wind auf, 20 bis 25 Knoten, in Böen bis zu 35. Auf der kurzen Strecke zwischen Riff und Bojen baut sich erstaunlicher Seegang auf, das Boot beginnt wild zu stampfen, das am Heck hängende Dinghie fährt surfend von Seite zu Seite. David geht um 2 Uhr nachts die Festmacher kontrollieren, mit der wir an der Boje hängen - einer ist bereits durchgescheuert, der andere kurz davor. Das nimmt uns die Entscheidung ab, wir müssen ablegen. Es ist Zeit genug, warme Kleidung anzuziehen, die starken Tauchlampen herauszusuchen, das Dinghie längsseits zu nehmen und nochmal in die Karte zu schauen. Dann fahren wir los, tiefer in die enge, gewundene Bucht, an deren Ende ein Hurricane Hole eingezeichnet ist. Es ist stockdunkel, wir können uns nur an den Leuchtfeuern orientieren. Nicht alle Seezeichen sind beleuchtet, doch im Vorbeifahren sind sie im Licht der Lampen zu erkennen, und die Seekarte stimmt. Je weiter wir fahren, desto ruhiger wird das Wasser. Sobald das Echolot weniger als 15 m Tiefe anzeigt, fällt der Anker, welcher sofort gut hält. Die restliche Nacht schieben wir noch Ankerwache und trinken beruhigenden Tee.

Nach zwei Tagen hat es sich ausgeweht, wir verlegen uns näher ans Ufer in seichteres Wasser vor dem Dorf Haamene und trauen uns an Land. Wir besuchen das Maison de la Vanille, eine kleine Vanillefarm, deren Besitzer uns gerne in die Geheimnisse der Schoten einführt. Da kaufen wir ihm doch gerne ein Päckchen ab. Eine Forststraße lädt zur Inselüberschreitung ein, die in zwei Stunden über einen Pass mit schöner Aussicht ins Hauptdorf Patio an der Nordküste führt.

Schließlich schaffen wir es bei schönem Wetter die Schildkrötenpflegestation beim Hotel Hibiscus zu besuchen. Schildkröten, die sich in Fischfallen gefangen haben, werden den Fischern abgekauft und in einem Gehege wieder aufgepeppelt. Ab 100 Euro Spende kann man ein Tier freikaufen, taufen und, nachdem es markiert wurde, mitnehmen und aussetzen. Auf diesen Spaß verzichten wir dann doch.

Dann geht es zurüch nach Raiatea, das deutlich größer als Tahaa ist. Um einen Eindruck von der Insel zu bekommen, mieten wir ein Auto und probieren, ob man nach zwei Jahren Pause immer noch Auto fahren kann. Es geht noch.

Erster Programmpunkt ist eine kurze, zweistündige Wanderung ins Inselinnere zu drei Wasserfällen. Den obersten erreicht man nur nach etwas Klettern, kann sich dann aber im Pool erfrischen. Dann geht es die Küste entlang weiter. Die Aussicht auf das bergige Inselinnere einerseits sowie die Lagune mit ihren Motus auf der anderen Seite, dazwischen Blumen, blühende Bäume oder Bäume mit Früchten gefällt uns gut. Schließlich erreichen wir eine der Hauptattraktionen: Das Marae Taputapuatea. Es ist das bedeutendste Marae Polynesiens, da jedes andere Marae, und sei es auch in Hawaii, einen Stein aus diesem enthalten muss, um die Zusammengehörigkeit zu symbolisieren. Entsprechend groß und beeindruckend ist das Areal dann auch.

Bora Bora

Eigentlich wollten wir gar nicht dort hin. Aber dann sieht es aus der Entfernung doch so schön aus, und jeder schwärmt davon.

Worin nun unterscheidet sich Bora Bora von den anderen Gesellschaftsinseln? Hauptsächlich einmal durch die Anzahl der Hotels - egal wo man sich befindet, man hat immer mindestens drei Bungalowsiedlungen im Blickfeld (von denen, wie wir später erfahren, einige Konkursruinen sind). Aber wir schaffen es doch, einige nette Fleckchen zu finden. Ganz im Südosten zum Beispiel einen schönen Schnorchelplatz, einen kurz vor der Riffkante gelegenen Korallengarten mit vielen kleinen bunten Fischen und erstaunlich schnell flüchtenden Schildkröten.

Die Insel ist nicht groß, die sie umrundende Straße flach - ideal, um sie auch bei großer Hitze mit einem Mietfahrrad zu umrunden. Fährt man langsam, so ist man nach zwei Stunden einmal herum. Um den Ausflug etwas zu verlängern erklimmen wir im Süden der Aussicht wegen einen kleinen Hügel, ebenso im Norden, wo eine steile Straße zu einer Kanone aus dem zweiten Weltkrieg führt. Ein Highlight ist das winzige Musee de la Marine, dessen Betreiber zahlreiche historisch relevante Schiffe als Modelle nachgebaut hat und freundlich unsere Fragen beantwortet. Dann holt uns wieder die Realität des hoffnungslos überteuerten Bora Bora ein: Vor einem Haus sehen wir einen kleinen Tisch mit zum Verkauf angebotenen Mangos. Wir fragen, was sie kosten sollen. 500 Francs. Das sind ca. € 4,50. Pro Stück. Verstört ziehen wir mangolos von dannen. Übrigens, 1/2 l Bier im Cafe kostet 800 Francs, ca. € 6,80.

Die nächsten Tage gibt es nicht mehr viel zu tun. Wir füllen unseren Dieseltank auf, gehen zweimal Abendessen, einmal davon im angeblich weltberühmten Bloody Marys. Das Essen war wirklich gut, nur der hier in den Restaurants dafür vorgesehene Zeitraum irritiert immer wieder: Um 18 Uhr ist das Lokal leer, nur die Bar wird langsam von ein paar Seglern bestzt. Gegen 19 Uhr werden Hotelgäste mit dem Autobus angeliefert, es ist plötzlich voll. Wir bekommen gerade noch den letzten Tisch. Ab 20 Uhr leert sich das Restaurant, die Gäste werden mit dem Bus ins Hotel zurückgebracht. Spätestens um 21 Uhr wird man vor die Tür gesetzt.

Als nächstes wollen wir Maupiti anlaufen, was aber nur bei besten Bedingungen möglich ist. Also warten wir noch ein bisschen, laden uns die Schweizer Crew der SY Yellow Dog zum Rumpunsch ein, wodurch wieder ein Tag zur Regeneration notwendig ist. Schlußendlich ist es soweit und wir können die teuerste aller Gesellschaftsinseln verlassen.

Maupiti

Andere Segler sind kurz vor uns aufgebrochen und quälen sich bei wenig Wind durch hohe Wellen zum 1000 Seemeilen entfernten Samoa. Wir quälen uns bei wenig Wind durch hohe Wellen zum 25 Seemeilen entfernten Mauputi, der westlichsten der Gesellschaftsinseln (wenn man von den Atollen Maupihaa, Manuae und Motu One absieht).

Diese Insel wird nur von den hartnäckigsten unter den Seglern angelaufen, da der Pass, also die Einfahrt in die Lagune, eine heikle Angelegenheit ist. Ist der Schwell aus Süden höher als etwa 2 m, dann kommt viel Wasser über das Riff im Süden. Es kann nur über den nach Süden offenen Pass wieder hinaus, und macht das mit bis zu 9 Knoten Strömung, die dann auf die Wellen trifft und so eine Zone von brechenden Wellen und Strudeln erzeugt. Der Pass ist natürlich auch nicht breit und gerade, sondern eng und gewunden. Zwei Richtfeuer weisen dem nervenstarken Steuermann den Weg, der unter keinen Umständen den Blick zur Seite lenken darf. Oder überhaupt ins Wasser. (Das nervöse Geschrei des Navigators, das im dem Rauschen der brechenden See kaum zu hören ist, reicht völlig.)

Wir haben aber wie gesagt auf beste Bedingungen gewartet und daher nur knapp über zwei Knoten Gegenströmung und Turbulenzen, die kaum ärger als im Panamakanal sind. Das schaffen wir gerade so. Beinahe wäre es aber doch nicht gut gegangen, da in dem Moment, in dem wir in den Pass einlenken wollten, ein heftiger Squall über uns gezogen ist, mit 25 kn Wind - natürlich genau gegenan - und dichtem Regen, in dem sich die Richtfeuer prompt verstecken. Wir drehen mehrere Warteschleifen, und als wir wieder etwas sehen können, geht es dann hinein. Der Anker fällt gleich ums Eck beim Manta Point, der nicht ohne Grund so heißen soll.

Zunächst suchen wir vergeblich nach Mantas, finden dafür traumhafte, spektakuläre Korallengärten mit glasklarem Wasser und unzähligen Fischen. Spätestens beim Sonnenuntergang mit grünem Blitz wissen wir, dass wir einen besonderen Ort gefunden haben. Der Wind hält dann ein paar Tage still und wir nutzen die Ruhe zur Lagunenerkundung mit dem Dhingy.

Eines morgens ist es dann soweit, unsere Ankernachbarn winken uns vom Dinghie aus zu - Mantas sind hier! Binnen Sekunden sitzen wir im Beiboot, düsen Richtung Manta-Putzstation, und sind schon im Wasser. Unter uns zieht ein Manta gemütlich seine Runden und lässt sich von kleinen Fischen beknabbern. Dann schwimmt noch einer in unser Blickfeld. Und noch einer...

Als es wieder windiger wird beginnen wir mit der Inselbesichtigung. Auch hier gibt es einen Berg den man besteigen kann. Er ist allerdings ähnlich dem Pass nichts für gemütliche Menschen, da der Weg sehr steil und heiß beginnt, später in Felskletterei übergeht. Der Ausblick ist die Mühe wert, denn unter uns liegt die schönste Lagune, die wir bisher gesehen haben. Beim Abstieg wird unser Glück vollkommen: Der Wald besteht, wie auf anderen Inseln auch, aus Mangobäumen. Nur hier sind wir erstmals zur richtigen Zeit und können unsere Rucksäcke mit kleinen, süßen Mangos füllen. In den folgenden Tagen wird eingekocht, püriert, gebacken,...

Langsam heißt es für uns von Französisch Polynesien Abschied zu nehmen. Die Stürme im Südpazifik nehmen anscheinend ab, und unser nächstes Ziel, Niue, wird damit angenehmer erreichbar. Bevor wir fahren kaufen wir noch ein wenig im Dorf ein, unter anderem auch ein paar Bananen. Als die nette Obstfrau erfährt, dass wir Segler sind, schenkt sie uns gleich noch eine ganze Staude grüner Bananen dazu. Als wir diese zufrieden am Boot aufhängen kommen Fischer vorbei und fragen, ob wir Fisch wollen. Na gerne doch. Wir können den netten Mann gerade noch bremsen, denn er wollte uns schon Fisch für den Bedarf einer polynesischen Großfamilie überreichen. Über die kleine Flasche Rum freuen sich auch seine Kollegen.

Den ersten Preis in Gastfreundschaft verdient sich am selben Nachmittag ein Hund: Wir machen einen Strandspaziergang, als sich ein großer Hund zu uns gesellt. Er läuft mit uns mit, wartet auf uns und wenn wir stehen bleiben um aufs Meer zu schauen, dann stellt er sich neben uns und schaut auch. Schließlich verschwindet er im Unterholz und wir winken ihm zum Abschied. Ein netter Kerl. Doch plötzlich panisches Gegacker, ein Hahn sprintet aus dem Gebüsch an den Strand, der Hund hinterher. Der Hahn vergisst in der Hektik, dass er auch höher als einen Meter fliegen kann, und schon haucht er im Maul des Hundes sein Leben aus, welcher ihn uns freudig mit dem Schwanz wedelnd vor die Füße legt. So ein braver Hund. Leider haben wir schon Fisch und lassen den Vogel liegen. Doch er wird uns nachgetragen... Wir fühlen uns der Hühnerpopulation gegenüber etwas schuldig, weil wir am Strand spazieren waren und hoffen, dass der Hahn einer von denen war, die immer schon mitten in der Nacht zum Krähen beginnen.

Kategorie: Reise | Tags: Franzoesisch Polynesien
<< < 1 / 25 > >>

Letzte Position

Kissing Point / Whangarei / New Zealand
09.12.2011 20:00:00
35°44,1'S 174°20,8'E

Andere Ansichten

Letzte Fotos

Canterbury (NZ)

Kommentare

2011/12/29

2011/11/28

2011/10/26

2011/08/19

2011/07/08

2011/07/07

2011/07/05

2011/06/05

2011/05/17

2011/05/10