Resümee Atlantiküberquerung
04.02.2010 - 25.02.2010
Tagelanger Sturm in Orkanstärke, haushohe Wellen, Kampf auf Leben und Tod mit Seeungeheuern - während dieser Atlantiküberquerung gab es nichts davon. War im Passat auch nicht zu erwarten (bis auf die Seeungeheuer vielleicht), aber dass es so ruhig und entspannend wird, damit haben wir wirklich nicht gerechnet.
20 Tage und 16 1/2 Stunden waren wir auf See, legten dabei 2.342 Seemeilen zurück, was einem durchschnittlichen Etmal von 113,2 oder einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 4,7 Knoten entspricht, waren also aufgrund der vielen Beinahe-Flaute-Tage länger als gedacht unterwegs.
Trotz des gerade bei Leichtwind besonders unangenehmen Rollen des Bootes in den Wellen verspürten wir von Anfang an nicht die leisesten Anzeichen von Seekrankheit und schafften es täglich zu kochen, ohne Verletzungen bei dieser Teils akrobatischen Tätigkeit davonzutragen. Mit unseren Vorräten kamen wir gut aus, diese würden sogar noch ein paar Wochen ausreichen. Frisches Obst und Gemüse war bis auf einen Kürbis, ein paar Süßkartoffeln, einige Zwiebeln und drei Äpfel nach drei Wochen verbraucht, nur wenig wurde schlecht. Fertiggerichte wurden nicht angerührt, hier unser Atlantik-Menü:
- Cous Cous mit Ratatouille
- Milchreis mit Äpfeln und Rosinen
- Erdäpfelpfanne mit Melanzani, Paprika und Ziegenkäse
- Gefüllte Paprika mit Paradeissauce, dazu Reis
- Penne mit Zucchini-Petersilien-Zitronensauce
- Kichererbsen-Melanzani-Curry, dazu Reis
- Gebratene Dorade mit Süßkartoffelcurry
- Zweierlei Wraps - Humus und gebratene Melanzani, gebratene Dorade
- Orecchiette mit Zucchini und Sardellen
- Rotes Gemüse-Curry mit Tofu, dazu Reis
- Nudeln mit gebackenem Kürbis und Pinienkernen
- Spinat, Spiegelei und Braterdäpfel
- Spaghetti mit Sardellen-Paradeis-Sauce
- Gyoza und Dorade auf Sushi-Reis
- Gebratene Pilze und Zwiebeln mit Soja-Sauce, dazu Reis
- Kürbis-Gnocchi mit Obers-Sauce und Pinienkernen
- Nudeln mit Thunfisch-Paradeis-Sauce
- Krautfleckerl
- Chili sin Carne, dazu frische Semmeln
- Spaghetti mit Steinpilz-Obers-Sauce
- Süßkartoffelschupfnudeln mit Apfelkraut
Außerdem gab es alle paar Tage frisches Brot und Gebäck aus der Bordbackstube. Beim Fischen waren wir nicht sonderlich erfolgreich, drei kleinere Doraden (nicht mit den gleichnamigen im Mittelmeer heimischen Namensvettern zu verwechseln) und die Lippe eines nicht identifizierten Fisches waren die gesamte Ausbeute der drei Wochen.
Der wichtigste persönliche Ausrüstungsgegenstand war der MP3-Player, der uns besonders in den langen, einsamen Nachtwachen mit Musik und Hörbüchern unterhielt. Zu tun gab gab es wenig; hin und wieder ein Segelwechsel, kochen, aufräumen, angeln, mit Meerwasser duschen waren unsere Hauptbeschäftigungen. Kurzum, es war wie es klingt - gemütlich, ruhig und entspannend.
Aber wir wissen nun auch wirklich wie es ist für längere Zeit komplett isoliert zu leben (wenn man von E-Mails und Plaudereien via Funk und Satellitentelefon einmal absieht) und sehen den längeren Strecken im Pazifik (3 - 4.000 Seemeilen) zuversichtlich entgegen.

