Praia

30.01.2010 - 03.02.2010

Praia, Santiago. Markt von Praia, Santiago.

Praia ist mit ca. 100.000 Einwohnern die größte Stadt der Kap Verden und deren Hauptstadt. Es gibt hier zahlreiche gut ausgestattete Geschäfte, sogar eines mit Kaffeemühlen. Großartig ist der Markt, auf dem es ein unglaublich vielfältiges Angebot an Obst, Gemüse, Gewürzen und Kräutern gibt. Mit Internet wird man auch versorgt - gratis WiFi an öffentlichen Plätzen.

Paul, Marlin und Xoë, SY Cherub.

Die Ankerbucht, die direkt unter dem Stadtzentrum liegt, ist sehr groß, aber fast leer. Für die Großschiffahrt ist sie zu seicht und außer uns ankern gerade nur zwei andere Segelboote. Das nähergelegene besuchen wir gleich und bleiben schon hängen. Paul auf seiner SY Cherub benötigt Hilfe, oder besser gesagt Gesellschaft, den letzten Rest seines (seiner Ansicht nach) miserabel schmeckenden Rums aufzubrauchen. Dies ist nicht seine erste Fahrt, fast 70 Jahre seines Lebens hat Paul auf Schiffen gelebt und geschätzte 37 Mal den Atlantik überquert. Das ist nur ein kleiner Auszug seiner aufregenden Lebensgeschichte, der wir willig und staunend lauschen. Er entwirft Boote, malt, schreibt und segelt anscheinend pausenlos. Bilder von von ihm entworfenen Schiffen sind auf VenusKetch.com zu finden, ebenso solche von von ihm gemalten Bildern. Einen Druck eines solchen Bildes erhalten wir im Tausch für unsere alte britische Seeflagge - Pauls ist komplett zerfetzt.

Pauls Sohn Marlin, welcher ihn über den Atlantik begleiten wird, ist eben bei den Nachbarn, und als der Rum schließlich aufgebraucht ist paddeln wir mit Paul hinüber zur SY Mollymawk , auf der die geniale Familie, bestehend aus Nick und Jill mit ihren Kindern Caesar, Xoë, Roxanne und dem Hund Poppy, lebt. Nick und Jill sind vor über 20 Jahren vom Land aufs Meer gezogen und leben seither vogelfrei. Die drei Kinder werden selbst unterrichtet, was anscheinend allen Beteiligten gefällt. Drei Bücher hat die Familie schon herausgegebn, eines davon die zehnjährige Roxanne. Jill malt im bootseigenen Atelier und Nick kann als Mechaniker etwas dazuverdienen, wenn es sein muss.

Wir verbringen die Tage vor allem mit der Vorbereitung für die Atlantiküberquerung, allerdings gibt es ausser kiloweise Obst und Gemüse vom Markt heranschleppen nicht viel zu tun. Lediglich ausklarieren und Diesel nachfüllen müssen wir noch.

Links

VenusKetch.com
SY Mollymawk (Nick, Jill, Caesar, Xoë, Roxanne, Poppy)

Kategorie: Reise | Tags: Kap Verden

Wieder Tarrafal

28.01.2010 - 29.01.2010

Tarrafal, Santiago

Wir verlassen Tarrafal und fahren nach Tarrafal. Diesmal zu dem auf Santiago. (Ein drittes gäbe es auch auf Santo Antao). Das Wetter würde eigentlich für abwarten sprechen, denn es weht absolut kein Wind. Doch da auch die Prognosen für die nächsten Tage genau das selbe Wetter verheißen werfen wir am späten Nachmittag die Maschine an, motoren durch die vollmondhelle Nacht und lassen kurz nach Sonnenaufgang den Anker vor dem laut Beschreibungen schönsten Strand der Insel fallen. Er ist tatsächlich sehr hübsch mit feinem Sand und Palmen dahinter. Auch der Anker hält beim ersten Versuch.

Da Dinghies, die am Strand abgelegt werden, verschwinden können, bieten sich häufig Jugendliche als Dinghiewatch an. Üblicherweise bekommen sie dafür etwa ein bis zwei Euro. Unser Aufpasser in Tarrafal ist anscheinend noch nicht lange im Geschäft, da er zunächst kein Geld will, sondern entweder einen unserer Rucksäcke oder Sandalen. In den Geschäften im Ort gibt es das zu kaufen, er müsste für Sandalen ein bis zwei, für einen Rucksack circa fünf Dinghies bewachen. Als wir nach unserem Stadtrundgang zurück zum Boot wollen stellt sich heraus, dass unser Aufpasser auf unser Dinghie aufpasst, indem er mit unseren Paddeln zum Mittagessen nach Hause gegangen ist. Nach langem Warten macht sich David auf die Suche, findet jemanden, der ihn quer durch Tarrafal führt und kehrt mit den Paddeln zurück. Wir sind eben auch noch nicht lange im Geschäft.

Tarrafal, Santiago

Während des Wartens am Strand können wir die einheimischen Fischer bei ihrem Tagwerk beobachten. Ein kleines Fischerboot nach dem anderen lässt sich von der Brandung an den Strand spülen und wird, mit Hilfe von bereits vorher angespülten Fischern, auf eine kleine Anhöhe geschoben, um es vor der Flut zu sichern. Wenige Minuten später liegt der Fang bereits in Trögen vor am Strand sitzenden Frauen - der Fischmarkt ist eröffnet! Vielfalt und Masse des Fanges sind beachtlich, anscheinend aber der Nachfrage angepasst. Auch wir schlagen zu und erwerben Fisch fürs Abendessen um nicht einmal einen Euro.

Zurück am Boot stellen wir fest, dass bei Flut unangenehmer Schwell in die Bucht kommt und tosend an den Felsen neben uns donnert. Wir beschliessen Wache zu halten und zu bleiben, solange der Wind ablandig ist und wir, sollte der Anker ausbrechen, nicht gleich auf den Felsen sitzen.

Beim Ablegen am Morgen lernen wir dann den Wert einer Tripleine schätzen. Eine Tripleine ist eine am Kopf des Ankers befestigte Leine. Bleibt der Anker nun z.B. an einem Felsen hängen und verkantet sich beim Hochziehen an der Kette nur noch mehr, so kann man ihn häufig durch Zug am anderen Ende befreien. Leider haben wir diesmal keine angebracht. Also heißt es Tauchen, Tripleine befestigen und, wenn man schon mal da unten ist, den Anker auch gleich aus der Felsspalte heben und auf flachen Grund legen. Zwar liegt er zum Glück nur auf 7 Metern Tiefe, doch bei einer Sicht von unter einem Meter und leichter Gegenströmung in Grundnähe ist es gar nicht so leicht den Anker zu finden und dann noch genügend Sauerstoff zum Arbeiten im Körper zu haben. Die Aktion gelingt, der Anker kommt frei, und wir mit einem blauen Auge (in Form von ein paar kleinen Schürfwunden - Strömung...Felsen...Zeitdruck...) davon. Bleibt nur die Frage, warum wir in der Nacht Ankerwache gehalten haben.

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Sao Nicolau

26.01.2010 - 27.01.2010

Ribeira Grande, Sao Nicolau

Nicht immer ist es als Tourist leicht einen Aluguer zu seinem Wunschziel zu finden. Zwar warten in der Nähe des Hafens von Tarrafal zahlreiche auf Fahrgäste, doch beim Fragen, ob sie in die Inselhauptstadt Ribeira Brava fahren, meinen die ersten paar, wir sollten ein normales (zehnmal teureres) Taxi nehmen, einen Aluguer dorthin zu finden sei schwierig. Doch mit etwas Ausdauer gelangt man doch immer an einen willigen Fahrer, und sobald dieser dann mehrfach jede Straße des Dorfes durchfahren hat ist der Minibus auch schon mit Einheimischen Fahrgästen aufgefüllt, und es geht los.

An der asphaltierten Strasse zur Haupstadt kann man auch als Laie ein Problem der Insel leicht erkennen: Erosion. Von heftigen Regenfällen ist die Strasse an zahlreichen Stellen so stark unterspült worden, dass der Belag wegbricht und gerade noch eine Fahrbahn passierbar bleibt. Am schönen Panorama ändert das aber nichts. Ribeira Brava selbst ist weniger spektakulär und wir beenden unseren Rundgang bald um dann ebenso lange auf ein Aluguer zu warten.

Wanderung von Praia Branca nach Faja de Cima, Sao Nicolau Wanderung von Praia Branca nach Faja de Cima, Sao Nicolau Wanderung von Praia Branca nach Faja de Cima, Sao Nicolau

Am nächsten Tag finden wir gleich beim zweiten Versuch den richtigen Aluguer und fahren nach Praia Branca. Im Bus unterhalten wir uns mit einer einheimischen Lehrerin über die Musik, die Landschaft, ihre Verwandten in Afrika und Europa. Dass sie nur Portugiesisch, Französisch und Creolo (die (noch) inoffizielle zweite Hauptsprache der Kap Verden), wir nur Deutsch, Englisch und etwas Spanisch sprechen ist nicht so wichtig.

Von Praia Branca aus wandern wir einen alten, teilweise intakten, teilweise völlig zerstörten Verbindungsweg entlang. Nach einem steilen Aufstieg überqueren wir einen ersten Pass und Blicken ins Ribeira da Prata, steigen wieder etwas ab und erklimmen auf einen noch steileren Weg einen zweiten Pass, von welchem aus man in die fruchtbare Ebene Faja gelangt. Der Weg endet an der Hauptstraße, wo wir nur wenige Minuten auf einen Aluguer warten müssen, der uns zurück nach Tarrafal bringt.

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Von Sao Vicente nach Sao Nicolau

21.01.2010 - 25.01.2010

Wir verlassen Mindelo, um uns langsam Richtung Sao Nicolau, "die östlichste der nordwestlichen Inseln" vorzuarbeiten. Wir fahren im Lee, also der windabgewandten Seite der Inseln, was aber nicht mit Windschatten gleichzusetzen ist. Der Passat weht an sich recht gleichmäßig, mal mit 15, mal mit 20 Knoten über den Atlantik, doch trifft er auf Inseln, so bringen sie ihn ziemlich durcheinander. An den Flanken und in den Kanälen zwischen den Inseln wird der Wind abgelenkt, verdichtet, und kann so seine Geschwindigkeit nahezu verdoppeln, ebenso, wenn er durch die Täler der gebirgigen Inseln fegt. Das führt dann dazu, dass man von einer Minute auf die andere mal Wind in Sturmstärke, mal Flaute hat (aber kaum einmal etwas gemütliches dazwischen). Entsprechend schwierig ist es auch die passende Segelfläche zu finden. Wir reffen ständig ein oder aus, tauschen Genua gegen Fock und retour oder fahren beide gleichzeitig ... kurzum, das Segeln zwischen den Inseln ist unterhaltsam und abwechslungsreich. Das Beste dabei ist, dass Luft und Wasser angenehm warm sind, so dass es einfach nur Spass macht, wenn man beim Am-Wind-Segeln geduscht wird.

Einsame Buchten

Wenige Seemeilen von Mindelo entfernt biegen wir nach rauschender Fahrt in die Baia de Sao Pedro, eine an sich idyllischen Ankerbucht im Südwesten von Sao Vicente. Einen Tag verbringen wir hier als einziges Segelboot. Wir messen bis zu 30 Knoten Wind, der aus dem Tal herausfegt, doch unser Anker hält ohne jegliche Beschwerden. Es ist nur ein wenig verwunderlich, dass hier kein Ankerverbot besteht, denn man liegt in einer Einflugschneise. Und mit Einflugschneise ist gemeint, dass direkt hinter dem Strand die Rollbahn des Flughafens von Sao Vicente beginnt - wo sonst ist es einem nicht verboten, 17 Meter hohe Masten direkt vor Flughäfen aufzustellen? Da pro Tag nur zwei kleinere Propellermaschinen starten und landen tut das der Idylle aber kaum Abbruch. Morgens fahren die Fischer von Sao Pedro in ihren kleinen Booten hinaus aufs Meer und kehren nachmittags zurück.

Dann geht es ein kleines Stück weiter nach Osten, wo wir zwei Nächte vor der Ilha de Santa Luzia, einer bis auf ein kleines Fischercamp unbewohnten Insel ankern. Da wir schon bei beginnender Dunkelheit eintreffen können wir nicht bis zum Grund sehen. Beim ersten Mal fällt der Anker auf Steine, rutscht und findet keinen Halt. Ein hilfsbereiter Fischer zeigt uns einen anderen Fleck, wo unser Anker zwar wieder nicht hält, dafür kommt der Fischer kurz darauf wieder, um Fische gegen Zigaretten zu tauschen. Wir haben zwar keine (Zigaretten; aber Fische auch nicht), und so bekommt er von uns eben etwas, dass er in Mindelo gegen Zigaretten tauschen kann, und wir haben zumindest einmal unser Abendessen gesichert. Beim nächsten Versuch fällt der Anker auf Sand, und hier hält er auch die die Fallböen von bis zu 35 Knoten aus. Wir erkunden schnorchelnd die Unterwasserwelt und treffen am Strand die Besatzung des Katamarans von nebenan - vier französische Sozialarbeiter, die mit sechs Jugendlichen über den Atlantik fahren.

Ankunft in Sao Nicolau

Von Santa Luzia sind es knapp 30 sm nach Porto Tarrafal auf Sao Nicolau, die uns einige aufregende Segelstunden bescheren. Mit minimaler Segelfläche steuern wir durch Wind und Wellen und staunen hinterher über die Salzkruste, die das gesamte Boot bedeckt. Ein paar Meilen vor Tarrafal schläft der Wind plötzlich ein und wir sind irritiert, schütten zögerlich ein Reff nach dem anderen aus, setzen die Genua voll, bergen diese aber gleich wieder und starten den Motor. Nach ein paar Tagen starkem, teilweise sehr böigem Wind müssen wir uns wohl erst wieder an die Ruhe gewöhnen. Das ist aber nicht so schwer, man braucht dazu nur einen schönen Ankerplatz, von der Abendsonne beleuchtete Berge und einen Sundowner in der Hand.

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Sao Vicente und Santo Antao

13.01.2010 - 20.01.2010

Hafen von Mindelo / Sao Vicente.

Auf den Kap Verden angekommen legen wir uns in die neue, teure Marina von Mindelo auf Sao Vicente, denn wir brauchen erst einmal Strom. Wie bereits geschrieben trauen wir unseren Batterien nicht mehr, und längere Tests ergeben schließlich, dass wir nicht einmal mehr 20 % der ursprünglichen Gesamtkapazität entnehmen können, bevor die Spannung zusammenbricht. Bis zu den Kanaren hatten wir keine derartigen Probleme. Wir hätten es zwar damit über den Atlantik geschafft, aber uns dann entweder bei Beleuchtung, Funk und GPS zurückhalten oder immer in der zweiten Nachthälfte den Motor zum Nachladen einschalten müssen. Außerdem wären wir in der Karibik mit warmem Bier angekommen. Das wollen wir alles nicht, also müssen neue Batterien her.

Bei einem Autohändler bekommen wir schließlich auch welche zu einem akzeptablen Preis und, besonders wichtig, in der passenden Größe. Dank der Unterstützung von Holger von der SY Panthera ist auch das an Bord bringen der neuen und von Bord bringen der alten, nicht gerade leichten Batterien flott erledigt. Die Entsorgung der alten gestaltet sich äußerst einfach: einheimische Angestellte der Marina fragen uns gleich, ob wir sie noch brauchen würden, und schon gehören sie ihnen. Die in den Batterien enthaltenen Bleiplatten sind hier recht beliebt und werden wiederverwertet. Auch mit einem alten, stinkenden Wasserkanister, der uns bis jetzt nur Platz weggenommen hat, kommen wir nicht bis zum Müllcontainer. Freudig wird dieser gleich von einem am Marinaausgang Wartenden entgegengenommen.

Einige weitere Wartungs-, Pflege- und kleinere Reparaturarbeiten erledigen wir auch, doch haben wir auf den Kap Verden nicht, wie einige andere Boote, nur zum Reparieren und Volltanken Halt gemacht.

Mindelo

Mindelo / Sao Vicente. Mindelo / Sao Vicente.

Die Stadt hat ihre Blütezeit, als der große Naturhafen noch von Frachtern als Zwischenstation auf ihrer Atlantikpassage genutzt wurde, laut Reiseführer hinter sich. Die riesige Ankerbucht ist dennoch von Seglern und zahlreichen Großschiffen gut besucht, und auch in der Stadt ist einiges los. Sehr häufig wird man von Einheimischen angelächelt, gegrüßt und angesprochen, und nur in wenigen Fällen ist es ein Verkäufer oder jemand, der einem Dienstleistungen wie Wäsche waschen oder Boot putzen anbietet. Zahlreiche Geschäfte, ein Fisch- und ein Gemüsemarkt sowie viele am Straßenrand sitzende Händlerinnen decken die täglichen Bedürfnisse, allerdings zu europäischen Preisen. Wir bekommen alles was wir brauchen, außer einer handbetriebenen Kaffeemühle (es werden nur elektrische angeboten) um den lokal angebauten Kaffe, der zu den besten der Welt zählen soll, frisch gemahlen genießen zu können.

Nun haben wir außerdem die Europäische Union wirklich verlassen: Zum ersten Mal auf unserer Reise tauschen wir Euros gegen andere Scheine - Kap Verdische Escudos. An Architektur, Sprache und Bier (neben einheimischem Strela wird hauptsächlich Super Bock ausgeschenkt) merkt man aber noch den Einfluss Portugals, dessen Kolonie die Kap Verden einst waren.

Ausflug nach Santo Antao

Aluguer auf Santo Antao. Ribeira do Paul / Santo Antao.

Wir lassen das Boot in der bewachten Marina und fahren mit der Fähre nach Porto Novo auf der nordwestlich von Sao Vicenete gelegenen Insel Santo Antao. Für den Hinweg nehmen wir die kleine, billigere Passagierfähre, für den Rückweg am Abend steht leider nur die teurere Autofähre zur Verfügung. Die Fahrt über die Meerenge zwischen den Inseln, durch welche der Nordostpassat bläst, ist selbst auf den Fähren eine sehr schaukelige und nasse Angelegenheit. Vor dem Losfahren werden Speibsackerl verteilt, von denen auch zahlreiche Kap Verdianer gebrauch machen.

In Porto Novo angekommen nehmen wir einen Aluguer nach Cova do Paúl. Aluguers, manchmal Pritschenwagen mit selbst zusammengezimmerten Sitzbänken auf der Ladefläche, manchmal Minibusse, sind die bevorzugte Art, um auf den Inseln Überlandstrecken zurückzulegen. Die Preise für die einzelnen Fahrtstrecken sind reglementiert und betragen etwa ein Zehntel dessen, was normale Taxis verlangen. Lediglich mehr Geduld ist beim Fahren mit Aluguers notwendig, da diese erstens auf mehrere Passagiere warten und zweitens neben Menschen noch andere Güter transportieren. In Porto Novo kommen wir so zu einer unfreiwilligen Stadtrundfahrt, da der Fahrer noch ein paar Gespräche führt, tankt und diverses abholt und ausliefert.

Im Süden ist Sao Vicente knochentrocken, doch das ändert sich, sobald man die Berge nach Norden überquert. Von Cova do Paúl aus, einem Vulkankrater, in dem jetzt Landwirtschaft betrieben wird, folgen wir einem zunächst steilen Fußweg, der bald in eine Straße übergeht, durch das Ribeira do Paúl, in dem sich kleine Bäche durch Zuckerrohr- und Bananenplantagen auf in die Hänge geschlagenen Terassen winden. Wir sind von der üppigen Vegetation, den freundlichen Menschen und den steilen, zerklüfteten Berghängen begeistert.

Mit weiteren Aluguers geht es über Paúl nach Ponto do Sol, das den Hafen mit der wohl gefährlichsten Einfahrt, die wir bisher gesehen haben, hat. Schließlich fahren wir über Ribeira Grande zurück nach Porto Novo, wo wir die Fähre zurück nach Mindelo nehmen.

Im Zirkus

Zirkus im Club Nautico in Mindelo / Sao Vicente.

Wie schon so häufig auf den Kanaren werden wir auch hier von jungen Anhaltern angesprochen, diesmal suchen die beiden Italiener Marco und Luca eine Mitfahrgelegenheit nach Brasilien. Ausserdem laden sie alle Segler zu ihrer Zirkus-Show am Abend im Club Nautico ein. Obwohl es danach klingt ist der Club Nautico nicht die Bar in der nobel und teuer aussehnden Anlage neben der Marina, sondern ein Lokal mit Bahnhofsrestaurantcharakter, wo sich auch Segler mit kleinerem Budget einen Abend leisten können und dies auch tun. Die Show der beiden Italiener, als Vorprogramm zu der jeden Abend spielenden Live-Band, begeistert alt und jung, vor der Live-Band flüchten jedoch einige wieder.

Hier lernen wir auch die beiden Hamburger Brüder Klaas und Jan von der SY Zest , die wir bereits in La Coruna kurz gesehen hatten, bei ein paar Bieren besser kennen. Sie sind mit ihrem Boot auf der Nordatlantikrunde unterwegs, auf der Suche nach den besten Kite-Spots, was die Fotos in ihrem Blog eindrucksvoll zeigen.

Links

SY Zest (Klaas & Jan)

Literatur

Kategorie: Reise | Tags: Kap Verden
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Letzte Position

Whangarei Marina / Whangarei / New Zealand
31.01.2012 00:00:00
35°43,4'S 174°19,5'E

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