Panamas Südwesten

27.01.2011 - 12.02.2011

Las Perlas

Grillen auf Isla Canas, Las Perlas.

Wir wählen uns die Isla Caña als Ziel aus, hinter der wir wind-, aber leider nicht schwellgeschützt die nächsten zwei Tage liegen. Der starke Schwell vermiest uns das Schnorcheln, da man durch den aufgewirbelten Meeresgrund kaum etwas sieht. Dafür wird das Anlanden am langen, schönen Sandstrand, auf dem wir Grillen wollen, mit unserem kleinen Schlauchboot interessanter. Beinahe wären wir dabei trocken geblieben. Dank des wieder einmal grandiosen Sonnenunterganges mit darauf folgendem grandiosen Sternenhimmel wird der Abend doch noch ganz nett. Der mickrige Triggerfisch, die dubiosen panamenischen Würstel und das selbstverbrannte Brot können daran auch nichts ändern.

Isletas del Platanal, Las Perlas.

Als nächstes laufen wir die Isla Viveros an und verstecken uns dort vor kräftigem Nordwind. Kleine vorgelagerte Inseln beeindrucken uns mit ihrer Schönheit. Leider ist auch hier unter Wasser nichts zu sehen. Letzte Station auf den Las Perlas wird die Isla Pedro Gonzales, vor der wir nur kurz haltmachen, um uns im Dorf mit frischen Eiern und Obst zu versorgen. Einige Kinder lassen sich nicht davon abbringen, unsere Einkäufe zum Dinghy zu tragen, um sich Geld für Süßigkeiten zu verdienen.

Nationalpark Coiba

Schildkröte.

Von den Las Perlas zum Nationalpark Coiba sind es um die 200 Seemeilen, also werden wir ungefähr zwei Tage unterwegs sein. Es ist gut, dass am ersten Nachmittag kein Wind weht und wir motoren, da wir alle paar Minuten anhalten müssen, um im Wasser schwimmende Schildkröten zu fotografieren oder einen Wal zu beobachten. Später kommt dann kräftiger Wind auf, und es wird gesegelt, gerefft, ein wenig motort, gesegelt, gerefft, ausgerefft, motort, ..., bis wir die im Nationalpark Coiba gelegene Isla Jicaron erreichen.

Ankerbucht, Isla Jicaron. Vor Isla Jicaron, Coiba Nationalpark.

Dort wird geankert und die enorme, von Schwell aus Nordwest verursachte Brandung bewundert, die direkt hinter unserem Heck in die Bucht rollt. Da diese auch am nächsten Tag nicht abgenommen hat und wir unmöglich an Land können, versuchen wir unser Glück an der Südostecke der Insel. Wir finden einen traumhaften Strand, türkisblaues, kristallklares Wasser, in dem unzählige Delphine und Schildkröten schwimmen. Und enorme, durch Schwell aus Süden verursachte Brandung, die nicht nur das an Land gehen, sondern sogar das Ankern undenkbar machen. Mit schwerem Herzen, aber vielen Delphinen unter unserem Bug, geben wir auf und lassen dieses Naturparadies sich selbst überlassen.

Islas Secas

Isla Cavada, Islas Secas. Schnorcheln bei Isla Cavada, Islas Secas.

Um doch noch ein paar Fische zu sehen, ohne sie mit der Angel heraufkurbeln zu müssen, steuern wir nun die Islas Secas an, die angeblich von klarem Wasser umgeben sind. Das stimmt auch, diesmal ist am Ankerplatz einmal kaum Schwell zu spüren, und wir sind endlich zufriedene Schnorchler. Die rauhe, felsige Schönheit der Inseln über und unter Wasser begeistert uns, es gibt ständig etwas zu sehen. Selbst in der Nacht, als ein Schwarm Hornhechte durchdreht und unser Boot torpediert.

Boca Chica

Der Urlaub unseres Gastes ist fast vorbei, und wir wollen ihn irgendwo absetzen, von wo aus er seinen Flieger in Panama City erreichen kann. Also begeben wir uns auf den Weg nach Pedregal, dem Hafen von David, der zweitgrößten Stadt Panamas. Zwei Einfahrten in das Wirrwarr der Flüsse stehen zur Wahl: Eine mit einer Stromleitung, unter der wir bei Niedrigwasser vielleicht, mit 0,5 - 1 Meter Spielraum, durchpassen, die andere mit bei starkem Südschwell brechenden Wellen. Da wir auf See keinen Schwell beobachten wählen wir letztere. Zunächst sieht alles gut aus. Die Wirklichkeit scheint mit der Seekarte übereinzustimmen, Inseln sind dort, wo Inseln eingezeichnet sind, das Wasser wird dort seichter, wo es als seichter werdend eingezeichnet ist. Dann sollte es eigentlich wieder tiefer werden. Wird es aber nicht. Und plötzlich brechen vor uns die Wellen fast über den gesamten Horizont.

Also drehen wir um und ankern in der anderen Einfahrt, stromabwärts der Stromleitung, bei Boca Chica, denn dort gibt es Taxis, Busse oder Urlauber mit Mietwagen, die einen gerne nach David mitnehmen, von wo Busse nach Panama City fahren.

Nachdem unser Gast in Panama City abgegeben ist mieten wir noch ein Taxi mit großer Ladefläche für einen Tag, um alles zu erledigen, was vor dem Verlassen Panamas zu erledigen ist: Behördenbesuche (Hafenmeister und Migracion ("Der Beamte bei der Einreise hat einen Fehler gemacht, ihr Visum ist 1 Tag abgelaufen. Das macht dann 100 USD." )), ein letzter Großeinkauf, Auffüllen der Dieselkanister und Gasflaschen.

Wir lichten den Anker, machen noch einen kurzen Badestopp bei einer kleinen Insel, und dann geht es weiter ins nächste Land - Costa Rica.

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Von Panama City nach Darien

15.01.2011 - 26.01.2011

Taboga

Besucher, erkennbar am Kontrast.

Diesmal verlassen wir Panama City zu dritt. Unser Besucher aus Wien ist noch etwas blass um die Nase und voll im Jetlag, daher werden einmal nur die 10 SM zur Insel Taboga gesegelt. Dort gibt es außer einem mit Blumen überwuchertem Dorf noch Hügel, die wir selbstverständlich gleich besteigen. Dank der schwülen Hitze ist die Freude über die tolle Aussicht am Gipfel dann etwas gedrückt. Zurück am Boot beschließen wir nach einer Erholungspause den Anker zu lichten und über Nacht gen Osten zu fahren.

Blick von Taboga nach Panama City.

Anfangs geht es noch sportlich zu, mit reichlich Wind zum Segeln und einem Crevalle Jack an der Angel, der zwar ohne zu zögern unseren Köder schluckt, dann aber doch wie Wild um sein Leben kämpft. Schließlich wird der Fisch besiegt, der Wind schläft ein, und die restliche Nacht wird mit vollem Bauch im Mondschein motort. Am nächsten Vormittag erreichen wir schließlich den Golfo de San Miguel.

Darien

Boca Chica, Rio Tuira, Darien.

Die Provinz Darien im Osten Panamas ist ein von Menschen wenig berührtes Gebiet. Es leben hier zwei Indianerstämme in schwer erreichbaren Dörfern, und etwa 5.000 Panamesen diversester Sorten in La Palma, der Provinzhauptstadt am Rio Tuira. Ansonsten gibt es hier viele große Flüsse, die von noch zahlreicheren kleinen Flüssen gespeist werden, und dazwischen dichten Regenwald. Unser Ziel ist es, diesen zu erforschen und ein oder zwei Indianerdörfer zu besuchen.

Rio Tuira, Darien.

Unseren ersten Ankerplatz finden wir in der Nähe von La Palma neben der Isla Boca Grande. Wir starten gleich eine Expedition mit dem Dinghy, um die uns umgebenden Inseln zu erforschen. Viel gibt es allerdings nicht zu entdecken, außer wild wachsenden Ananasstauden und der Erkenntnis, dass wir die Strömung etwas unterschätzt haben.

Warten auf die Stromkenterung im Rio Tuira, Darien.

Die Flüsse hier ändern ihre Fließrichtung in Abhängigkeit der Gezeit: Bei Flut fließt Wasser flussaufwärts, und der Ebbstrom ist um die natürliche Flussströmung verstärkt. Heftige Turbulenzen, wenn sich Süß- und Salzwasser mischen gehören dazu. Mit drei Personen im Dinghie hat unser 3,5 PS Außenbordmotor zum Höhepunkt der Strömung keine Chance, und so verbringen wir zwei Stunden mit Warten, mit gelegentlichem Suchen eines neuen Warteplatzes, um nicht im Schlamm trocken zu fallen. Irgendwann lässt die Strömung nach und wir können zu unserem Boot zurückkehren.

Am folgenden Tag motoren wir mit der Flut den Rio Sabana hinauf, an dessen Ufer ein Dorf der Wounaan-Indianer steht. Unsere bisher zuverlässigen Revierführer haben zwar kaum Informationen über den Flusslauf, insbesonders keine genauen Karten, einer ist jedoch der Meinung, dass die Wassertiefe ausreichend sei, mit einem Boot zu dem Dorf zu fahren und in dessen Nähe zu ankern. Wir stellen fest, dass es fast nirgendwo tief genug ist, um bei Ebbe nicht trocken zu fallen, außer an einer Stelle etwa eine halbe Meile stromabwärts des Dorfes. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit ankern wir und bringen einen zweiten Anker in der derzeitigen Stromrichtung aus, um nicht im Ufer zu landen, da es doch eher eng ist. Alles sieht gut aus. Bei Hochwasser messen wir sieben Meter Wassertiefe, Molimentum hat 1,7 m Tiefgang. Laut Gezeitentabellen beträgt der Tidenhub (Differenz Flut-Ebbe) an der Küste derzeit etwa 4 Meter, und laut Revierführer soll dieser im Fluss deutlich geringer ausfallen - bestens. Wir genießen Sternenhimmel und Wildnis mit einem Stiegl-Bier.

Aber dann gehts los: Die Strömung kentert, der Heckanker hält nicht, das Boot dreht sich. Der Zweitanker kann geborgen werden, der Hauptganker hält, die Tiefe sollte ausreichen. Soweit alles in Ordnung. Ein Blick auf den Tiefenmesser macht uns aber unruhig, denn man kann zusehen, wie uns das Wasser wörtlich unter dem Hintern wegrinnt. Etwa alle drei Minuten zehn Zentimeter, und die Ebbe hat gerade erst begonnen! Mit laufendem Motor halten wir Wache. Als uns nur noch 30 Zentimeter vom Boden trennen lichten wir den Anker und fahren ein ein paar Meter stromaufwärts, da es dort, wie wir vom Ankermanöver wissen, einen Meter tiefer ist. Die Stelle ist hinter einer Biegung, der Boden felsig, der Anker hält nicht, und das Wasser sinkt weiter, viel weiter als vorhergesagt. Die nächsten Stunden verbringen wir damit mit Motoreinsatz unseren Kiel über der Vertiefung zu halten. Aber irgendwann kommt endlich Flut, und sobald das einlaufende Wasser nicht mehr zu stark strömt können wir wieder stromabwärts fahren, an einen besseren Ankerplatz fahren. (Wo wir bei der nächsten Gezeit 6 Meter Tidenhub messen).

La Palma, Rio Tuira, Darien. Tankstelle in La Palma, Rio Tuira, Darien. (Tankschlauch hängt)

Nach einem regenerativem Stopp mit Ausflug ankern wir vor La Palma um Diesel zu besorgen, der in Panama City nicht zu bekommen war (alle Bootstankstellen leer!). Auch hier benötigen wir mehrere Versuche, bis unser Anker Halt findet. Zum Glück sind wir zu dritt, so dass David an der manuellen Ankerwinsch abgelöst werden kann. La Palma selbst hat keine Attraktionen zu bieten. Einzig die Tankstelle ist sehenswert: Die Holzhütte steht auf Pfosten am Flussufer, bei Niedrigwasser viele Meter über dem Meer, man kann bei jedem Wasserstand mit dem Beiboot unter die Terasse fahren und sich durch einen herunterhängen Schlauch Treibstoff in die Tanks füllen lassen. Unsere Kanister werden mit einem Seil hinaufgezogen und voll wieder abgeseilt.

Wir haben genug von schlammigen Flüssen, sind reif für blaues Wasser mit Sandstrand und begeben uns deshalb in das uns schon bekannte Inselparadies namens Las Perlas.

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Las Perlas

23.12.2010 - 14.01.2011

Nur ein paar Stunden Fahrt nach Südosten, schon sind wir in den Las Perlas, einem Archipel in der Bucht von Panama. Was für ein Unterschied zu Panama City. Und auch zur Karibik:

Bis zu 6 Meter Tidenhub, dementsprechend starke Strömungen, harte Felsen statt weicher Korallenriffe (die man natürlich auch nicht rammen sollte). Palmen finden sich hier nur vereinzelt in der dichten Vegetation, die die Inseln undurchdringbar überwuchert.

Isla Contadora.

Wir ankern zunächst vor Contadora, einer Insel der Reichen und Schönen. Leider ist das Wasser, da die Regenzeit noch nicht lange vorbei ist, noch etwas trüb, und man sieht beim Schnorcheln nur wenige Meter. Da der Ankerplatz nicht sehr geschützt und schon bei leichtem Wind sehr wackelig ist, und weil kräftigerer Wind aus Norden angesagt ist, fahren wir weiter nach Ampon, einem rundum von Mangroven gut geschützten Schlammloch - auch bei viel Wind relativ ruhig, aber nichts zum Schnorcheln.

Arbeitslager

Isla Espiritu Santo. Arbeitslager auf Isla Espiritu Santo. Waschplatz auf Isla del Rey.

Einmal noch verlegen wir uns, auf einen Platz zwischen Isla del Rey, der größten Insel des Archipels, namens Isla Espiritu Santo. Sonne, wenig Wind, geschützt vor Wellen, Sandstrände bei Ebbe - das kommt unserer Vorstellung eines idealen Ankerplatzes nahe genug um das schwere Werkzeug auszupacken und Rost zu klopfen, Holz zu schleifen, und zu lackieren, was viele, viele Tage dauert. Wegen des Arbeitslärms haben wir keine Gewissensbisse, das Ufer ist unbesiedelt, und von den meisten anderen rund um uns liegenden Booten, zum großen Teil Metallboote mit Deutsch sprechender Crew, tönt ebenso welcher.

Zwischendurch ist Sylvester. Da der Strand gezeitenbedingt um Mitternacht versunken ist, wird die Party aufs Wasser, in die Beiboote verlegt. Die Dinghies werden zusammengebunden und in Position gebracht, da ein Cruiser ein Feuerwerk vorbereitet hat. Dieses ist dann für alle überraschend grandios und lang.

Weitere Tage des Werkens folgen, unterbrochen von kurzen Schnorchel-, Angel- und Flussausflügen. Es ließe sich hier noch länger aushalten, denn sogar eine Frischwasserquelle, die wir zum Wäschewaschen nutzen, ist nicht weit. Aber es geht wieder zurück nach Panama City, denn Besuch steht vor der Tür.

Wieder in Panama City

Wir fahren durchs enge Ankerfeld, um einen passenden Platz zu finden, doch plötzlich meint Sonja "Ich kann nicht rückwärts fahren." Verdammt. Und vorwärts geht auch nicht mehr. Der Anker fällt, wo wir gerade sind (zum Glück in gutem Abstand von allen anderen Booten), und wir stellen fest, dass der Seilzug fürs Getriebe gebrochen ist. Tja. Es gibt ja sonst nichts zu reparieren...

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Kaufrausch in Panama City

14.12.2010 - 22.12.2010

Panama City sieht von unserem Ankerplatz betrachtet wie eine moderne Großstadt aus. Hat man es aber geschafft hineinzukommen, möchte man gleich wieder weg. Der Verkehr ist entweder furchtbar oder ein Wahnsinn. Es gibt öffentliche Busse, die zu benutzen viel Zeit und eine genaue Ortskenntnis erfordern. Für Taxis braucht man ebenso viel Zeit, da man zuerst einmal eines finden muss, das bereit ist, dorthin zu fahren wo man hinmöchte, und dann auch noch zu einem akzeptablen Preis, denn die Fahrer versuchen immer wieder, manchmal unter dem Vorwand, der Verkehr sei so dicht, von Touristen das zwei-, drei- oder gar vierfache der geregelten Preise zu verlangen. Und egal ob Bus oder Taxi, im Stau steckt man immer.

Shopping

Unsere täglichen Einkaufstouren führen uns durch die gesamte Stadt, in sämtliche Shopping Malls, Supermärkte und natürlich Baumärkte (verdammte USA...alles 110 Volt) und Ship Chandler. Nach 1 1/2 Wochen beginnen wir langsam, uns in der Stadt zurecht zu finden, und wissen wir einmal nicht weiter findet sich immer ein hilfsbereiter Einheimischer. Besser gefällt uns die Stadt aber immer noch nicht, und so bleibt Einkaufen der einzige Grund, der uns hierhält.

Wir fangen damit an einen Vorrat von allem anzulegen, das längere Zeit hält und tief im Schiff verstaut werden kann, u.a. 20 kg Milchpulver, 18 kg Haferflocken, 15 kg Nudeln, 15 kg Reis, 35 kg Gemüsekonserven, 21 Liter Wein (gelagert im neu eingerichteten Weinkeller), 85 Liter Bier, und noch vieles mehr. Laut Stauliste befinden sich nun 320 kg Proviant an Bord, exklusive Verpackung. Das Verstauen der Einkäufe dauert mindestens so lange wie das Anschaffen selbst, denn alles wird gewaschen, getrocknet, eventuell umgepackt, in die Buchhaltung aufgenommen und schlußendlich kunstvoll weggeschlichtet. Wir haben zu unserer Freude immer noch ein wenig Platz übrig. Und wenn der nicht mehr reicht, dann könnten wir noch ordentlich ausmisten, zum Beispiel die zwei verrosteten Klappräder, den kaputten Außenborder, die Werkbank, die Rolle Teppich, ...

Gesellschaftsleben

Am Ankerplatz treffen wir auch auf ein paar alte Bekannte, aber vom Rest der Seglergemeinde bekommen wir nicht viel mit. Gerade das Funknetz in der Früh hören wir uns an, und am Dienstag gibt es einen kärglich besuchten Stammtisch in der örtlichen Pizzeria. Am Netz (VHF 74 @ 1300Z) werden Informationen weitergegeben, Fragen gestellt und beantwortet, Dinge verkauft oder gesucht. Beim Stammtisch werden Bücher getauscht, Bier getrunken, Pizza gegessen, und dann wird schnell wieder zurück zum Boot gefahren.

Wir haben jedenfalls genug von der Stadt und sehnen uns nach Ruhe, Natur und Wasser, in das man gerne hineinspringt. Das Wetter ist auch immer besser geworden und entspricht mittlerweile unseren Vorstellungen: Sonne und etwas Wind. Es ist also Zeit, weiter zu fahren, zur 30 Meilen vor Panama City liegenden Inselgruppe Las Perlas.

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Panamakanal

12.12.2010 - 13.12.2010

Ja, wir sind Weicheier. Warmduscher (im äußerst seltenen Fall, dass es irgendwo Duschen mit Warmwasser gibt). Kap-Hoorn-Verweigerer. Panamakanalfahrer.

Vorbereitung

Die Crew: Christie, David, Sonja, Olga, Jany.

Wir bereiten uns auf die Kanaldurchfahrt vor. Die Sewasserpumpe des Motors bekommt neue Wellendichtungen, da die Bilge wegen einer defekten seit ein paar Tagen mit Kühlwasser vollläuft. Wir schnallen den Windgenerator fest und polstern das Solarpanel ab, damit die in den Schleusen durch die Luft geworfenen Leinen keinen Schaden anrichten können.

Die vorgeschriebenen Festmacherleinen (4 x 40 m, Durchmesser mindestens 2.25 cm) mieten wir von Tito, einem Agenten, ebenso fünf Reifen als Zusatzfender. Drei weitere Reifen bekommen wir von einer Yacht, die gerade aus dem Pazifik angekommen ist. Weiters ist vorgeschrieben, dass die Crew aus mindestens fünf Mitgliedern besteht: Eine Person am Steuer, vier Personen, die sogenannten Linehandler, um die Festmacher während des Schleusens zu bedienen. Linehandler kann man auch mieten, wir finden aber drei Segler, die für Kost und Logis und der Erfahrung wegen mitfahren: Jany, Christie und Olga.

Aus dem ursprünglichen Freitagstermin wird, trotz zusage am Donnerstag Abend, dann doch nichts. Es befinde sich vom Hochwasser noch zu viel Treibgut im Kanal, so dass kleine Schiffe frühestens am Sonntag drankommen.

Erster Tag

Es geht aufwärts.

Am Sonntag morgen erhalten wir den endgültigen Termin: Um 15:00 haben wir im Hafen von Christobal auf Ankerplatz F, "The Flats" genannt, zu sein, um den von der Kanalbehörde gestellte Advisor (Lotse-für-Arme) an Bord zu nehmen, denn ohne darf man nicht durch den Kanal. Punkt 15:40 kommt der Advisor, Enrique, wir rasen auf die atlantikseitigen Gatun-Schleusen los, und kommen zu spät zu unserem Schleusentermin. Also drehen wir Runden, bis ein Frachtschiff kommt, dass klein genug ist, damit hinter ihm in der Schleuse noch Platz genug für uns ist.

Olga und Christie, dazwischen unser Advisor. Das Tor schließt sich hinter uns.

In der Hochsaison werden manchmal sechs Yachten, in zwei Dreier-Päckchen zusammengeschnürt, gleichzeitig hinter einem Frachtschiff geschleust. Wir sind alleine, also hat jeder unserer Linehandler alle Hände voll zu tun. In der ersten Schleuse angekommen werden uns Pilotleinen zugeworfen, an die wir die Festmacher knoten, welche hochgezogen und auf Pollern belegt werden. Das Schleusentor schließt sich, das Wasser beginnt unter heftigen Turbulenzen einzuströmen, und wir steigen. Die Linehandler müssen die Festmacher ständig anholen, um das Boot zentriert zu halten. Wenn das Wasser fertig eingeströmt ist öffnen sich die vorderen Schleusentore, und das vor uns liegende Frachtschiff fährt in die nächste Kammer, mit seinen Propellern gefährliche Wirbel erzeugend. Sobald sich das Wasser etwas beruhigt hat fahren auch wir weiter, und das ganze Spiel geht von vorne los, in den Gatun-Schluesen insgesamt drei mal. Nur in der zweiten Schleuse wird es kurz kritisch: Wir lösen unsere Festmacher zu früh und schon drückt uns eine Turbulenz zur Seite. Erst als alle Leinen an Bord geholt sind, kann die Steuerfrau Gas geben und das Boot wieder unter Kontrolle bringen, die Mauer wird nicht von uns beschädigt.

Vier Stunden später erreichen wir den Gatunsee, in dem wir uns für die Nacht an einer Boje festbinden. Der Advisor geht von Bord, und wir können uns ausruhen. Bis 06:00 am nächsten Morgen, denn dann soll es weiter gehen.

Zweiter Tag

Tag 2: Es regnet im Gatun-See.

Um 07:10 kommt das Lotsenboot mit dem Advisor, einem anderen als am Vortag, namens Ahmet, und wir fahren los. Es geht, teilweise im Regen, durch den Gatunsee, vorbei an Gamboa und durch den Culebra Cut zur einstufigen Pedro-Miguel-Schleuse. Die Fahrt dauert etwa fünf Stunden und ist ziemlich unspektakulär.

Pedro-Miguel-Schleuse.

Diesmal wird ein großes Frachtschiff von sechs Mules, den Zugmaschinen, hinter uns in die Schleusenkammer manövriert. Das dauert. Und irgendwann beginnt, ohne irgendein Signal, der Wasserspiegel erstaunlich schnell abzusinken. Die Linehandler müssen jetzt nur möglichst koordiniert Leine nachgeben um das Boot zentriert zu halten. Sobald das Wasser nicht mehr absinkt öffnen sich die Tore, wir lösen unsere Festmacher und fahren - diesmal ohne Turbulenzen - aus der Kammer.

Bahn frei in den Pazifik!

Nach der Durchquerung des kleinen Miraflores-Sees warten noch die zwei Stufen der Miraflores-Schleusen. Das letzte Tor öffnet sich, und wir befinden uns in einem neuen Ozean. Fast. Denn immer noch sind etwa fünf Meilen bis zur offenen See zu fahren. Kurz vor der Amerika-Brücke (Puente de Las Americas) verlässt uns der Advisor, wir fahren weiter zum Ankerplatz Las Brisas hinter dem Amador-Wellenbrecher, und legen uns zwischen die dutzenden anderen dort ankernden Yachten.

Da es schon später Nachmittag und das Wetter nass und windig ist, beschließen unsere Gäste noch eine Nacht zu bleiben. Wir freuen uns über französisches Omelette, nette Gesellschaft und darüber, bei dem Wetter nicht mehr das Dinghy aufblasen zu müssen.

Fazit

Kanal nicht beschädigt. Boot nicht beschädigt. Alles gut. Yeah.

Literatur

Kategorie: Reise | Tags: Karibik Panama Panamakanal Pazifik
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Letzte Position

Whangarei Marina / Whangarei / New Zealand
31.01.2012 00:00:00
35°43,4'S 174°19,5'E

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